Böblinger Unterwasserugbyteam punktet im Abstiegskampf

Die Unterwasserrugby-Mannschaft der SV Böblingen startet nach einer verkorksten Vorrunde eine Aufholjagd zum Klassenerhalt. Jetzt fehlt nur noch ein Sieg um den Verbleib in der 1. Bundesliga Süd aus eigener Kraft zu schaffen.

Nachdem im Vorjahr mit dem 4. Platz in der 1. Bundesliga Süd das beste Ergebnis der Vereinsgeschichte erzielte wurde, brachten die ersten Spiele in der neuen Saison schnell eine Ernüchterung. Die ersten fünf Spiele gingen allesamt verloren und das Team lag abgeschlagen auf dem letzten Tabellenplatz. Bei einer Mannschaftssitzung wurden daraufhin die wesentlichen Fehler besprochen und es waren sich alle einig, dass man sich so nicht aus der 1. Liga verabschieden wollte.

Beim nächsten Spieltag gelang dann endlich der erste Sieg gegen Heilbronn aber es gab leider auch die zweite Saisonniederlage gegen Darmstadt. Besonders ärgerlich war dabei, dass Böblingen in beiden Spielen eigentlich die bessere Mannschaft war, aber trotzdem mit jeweils 3:2 Toren unterlag. Um zumindest noch eine theoretische Chance auf den Klassenerhalt zu schaffen mussten also am vorletzten Spieltag noch weitere Punkte eingefahren werden. Gegen die Gastgeber aus Pforzheim musste somit die richtige Mischung aus druckvollem Offensivspiel und solider Abwehrarbeit gefunden werden. Das junge Team aus der Schmuckstadt hatte als Aufsteiger mit drei Siegen gleich einen furiosen Saisonstart hingelegt und den Klassenerhalt schon so gut wie in der Tasche. Es entwickelte sich wie erwartet ein ausgeglichenes Spiel mit Chancen auf beiden Seiten. Mitte der ersten Hälfte gelang dann Gundolf Kopp nach schöner Vorarbeit von Philipp Lang der erlösende Führungstreffer. Leider währte die Freude nicht allzu lange, denn Pforzheim konnte nach einer Unaufmerksamkeit in der Böblinger Abwehr den Ausgleich erzielen. In der zweiten Halbzeit wurde das Spiel dann durch technische Probleme mit der Signalanlage der Schiedsrichter sowie deren ständigen Unterbrechungen immer zerfahrener. Böblingen blieb aber weiter konzentriert konnte nach einem schönen Konter von Michael Hartmann und Matthias Otten wieder in Führung gehen. Während einer Böblinger Strafzeit warf Pforzheim dann noch einmal alles nach vorne und konnte tatsächlich noch einmal ausgleichen. Für die Böblinger Spieler war aber klar, dass ein Unentschieden zu wenig für den Klassenerhalt bedeuten würde und sie versuchten bis zum Schluss noch eine Entscheidung zu erzwingen. Durch etwas fragwürdige Schiedsrichterentscheidungen saßen dann in den letzten beiden Spielminuten von jedem Team zwei Spieler auf der Strafbank. Nach einer missglückten Klammeraktion der Pforzheimer an der Wasseroberfläche kam Böblingen in Ballbesitz und nach zwei schnellen Pässen gelang Matthias Otten praktisch mit der Schlusssirene der entscheidende 3:2 Siegtreffer. Endlich wurde der hohe kämpferische Aufwand auch einmal mit dem etwas glücklichen Endergebnis belohnt.

Im zweiten Spiel des Tages ging es dann gegen das Team aus München. Die Bayern verfügen über ein regelrechtes Abwehrbollwerk und es wird immer extrem schwierig gegen sie noch einen Rückstand aufzuholen. Daher durfte man auch in diesem Spiel nicht gleich alles nach vorne werfen und es musste geduldig auf eine der wenigen Torchancen gelauert werden. Es entwickelte sich ein Spiel auf Augenhöhe bei dem erst kurz vor der Halbzeit das erste Tor fiel. Ein Unterwasser-Schiedsrichter hatte auf Strafstoß für München entschieden und erst kurz vor Ablauf der 45-Sekunden-Frist musste Wechseltorhüter Matthias Otten nach tollem Kampf den Münchner Führungstreffer hinnehmen.
Böblingen zeigte in der zweiten Spielhälfte aber noch eine tolle Moral und spielte weiterhin druckvoll nach Vorne. München bekam den mit Salzwasser gefüllten Ball kaum noch aus der eigenen Hälfte und Matthias Otten konnte sich dann mit seinem dritten Torerfolg an diesem Tag endlich für den Strafstoß revanchieren. Böblingen versuchte jetzt auch noch den Siegtreffer zu erzwingen, aber die Münchener Abwehr konnte leider nicht mehr geknackt werden. Mit dem 1:1 Endstand hatte Böblingen jetzt immerhin sieben Punkte aus den letzten vier Spielen geholt.
Möglicherweise wird das aber nicht mehr ganz reichen, da in dieser Saison ein extrem ausgeglichener Punktestand zwischen Platz zwei und Platz sieben besteht. Böblingen muss am jetzt noch ausstehenden letzten Spieltag zwingend gegen Heilbronn gewinnen um den Klassenerhalt zu schaffen. Bei einem Unentschieden wäre man zwar punktgleich mit Darmstadt aber der direkte Vergleich wirkt sich leider zu Gunsten der Hessen aus.

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